

In der ZDK-Jahrespressekonferenz hoben der Verbandspräsident Arne Joswig sowie die Vizepräsidenten Thomas Peckruhn (Sprecher Fabrikatshandel) und Detlef Peter Grün (Bundesinnungsmeister) positive Entwicklungen hervor – aber auch, wo es nicht so gut läuft.
Auf der Jahrespressekonferenz sprachen ZDK-Präsident Arne Joswig und die Vizepräsidenten Detlef Peter Grün und Thomas Peckruhn von einer zweispaltigen wirtschaftlichen Entwicklung. So sei der Umsatz über alle drei Geschäftsbereiche – Neuwagen, Gebrauchtwagen und Service – im vergangenen Jahr zwar um 5,6 Prozent auf 218,9 Mrd. Euro gewachsen.
Dazu haben jedoch hauptsächlich der Handel mit Gebrauchtwagen sowie das Service- und Reparaturgeschäft beigetragen. Bei Letzterem verzeichneten die Autohäuser und Werkstätten 2024 erneut ein kräftiges Umsatzwachstum von 7,4 Prozent auf rund 36 Mrd. Euro im Vergleich zu 2023. Die Gründe: Ein weiter wachsender Fahrzeugbestand (stieg vom 01.01.24 bis 01.10. 24 von 49.098.685 auf 49.415.217) bei einem hohen Pkw-Durchschnittsalter von 10,3 Jahren.
Weniger erfreulich sieht es im Neufahrzeuggeschäft aus, das stagnierte mit leicht negativer Tendenz (– 1 %) im Vergleich zum Vorjahr. In der Folge sanken die Umsätze im Markenhandel um 2 Prozent auf 65,3 Mrd. Euro. Das entspricht 1,58 Mio. Pkw der insgesamt 2,82 Mio. Pkw-Neuzulassungen (ein Teil geht auf Tageszulassungen durch die OEMs, Autovermieter etc. zurück). Der Umsatzrückgang im Markenhandel erklärt sich durch leicht gesunkene durchschnittliche Neuwagenpreise (– 2,5 %), das rückläufige Geschäft mit Privatkunden (– 2,1 %) und nicht zuletzt den Verkaufseinbruch reiner E-Autos (– 27,4 %).
Neben der Geschäftsentwicklung ging es in der Pressekonferenz auch um Bürokratieabbau, Zugang zu Daten für freie Werkstätten und was Notwendig ist, um die E-Mobilität in Schwung zu bringen.
Um zu erfahren, wie die Stimmung im Kfz-Gewerbe ist, befragte der ZDK 690 Mitgliedsbetriebe (Umfragezeitraum: Ende Januar bis Anfang Februar 2025): Für das laufende Jahr ist deren Erwartung eher pessimistisch. Bei den Umsatzerwartungen für 2025 sind 57 Prozent der Unternehmen weniger zuversichtlich als vor einem Jahr, nur 11 Prozent sind optimistischer und bei rund einem Drittel sind die Erwartungen insgesamt „gleich“.
Impulse benötigt die E-Mobilität. Drei Viertel (76 %) der befragten Händler beurteilen die Bestellungen von rein batterieelektrischen Fahrzeugen durch Privatkunden als „eher schlechter“ bzw. „schlechter“ als im Vorjahr. Bei Plug-in-Hybriden trifft diese Aussage für 61 Prozent der Händler zu. „Die Politik hat im letzten Jahr tatenlos zugesehen, wie Monat für Monat die Neuzulassungen für Elektrofahrzeuge in den Keller gingen“, so ZDK-Vizepräsident Peckruhn. „Die Anstrengungen zum Hochlauf der E-Mobilität müssen sich jetzt verdoppeln.” Zu den wichtigsten Instrumenten nennen die befragten Händler Strompreissenkungen, eine staatliche Kaufprämie und verbesserte Sonderabschreibungen für gewerbliche Fahrzeuge.
Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Grün ging in seinen Ausführungen unter anderem auf die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kfz-Gewerbe ein. Diese erreichte im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit 20 Jahren. Im Ausbildungsberuf „Kfz-Mechatroniker/in“ wurden 25.221 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, eine Steigerung um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Junge Menschen sehen im Kfz-Handwerk und den Ausbildungsberufen der Automobilbranche ihre Zukunft“, so Grün. „Wer den nächsten Schritt gehen will, muss allerdings für einen Meisterkurs rund 15.000 Euro bezahlen. Ein Studium hingegen ist kostenlos. Hier muss die Politik endlich handeln, um eine Gleichheit zwischen akademischer und handwerklicher Weiterbildung zu ermöglichen.“
Positiv kann der ZDK auf die Anzahl der Kfz-Betriebe blicken. Diese ist im vergangenen Jahr geringfügig um 140 Betriebe (– 0,4 %) auf 36.030 Betriebe zurückgegangen. Die Zahl der fabrikatsgebundenen Betriebe schrumpfte um 70 Betriebe (– 0,5 %) auf 14.050, die Zahl der markenunabhängigen Betriebe ging um 70 Betriebe (– 0,3 %) auf 21.980 zurück. Erfasst sind alle organisationsfähigen Betriebe ab einer jährlichen Umsatzgröße von 100.000 Euro. Die Anzahl der Beschäftigten sank minimal um 0,5 Prozent auf 428.000 Menschen (Vorjahr 430.000).